Jenaer Frauenlauf: Trainingstipps vergessen & Anfängerfehler pur

28. September 2017 | Von | Kategorie: Ausdauersport, Connys Sportecke

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Ganz so schlimm, wie es im Titel anmuten lässt, ist es vielleicht gar nicht. Und doch lässt sich die Enttäuschung nicht verbergen. Denn trotz guter Vorbereitung, Trainingstipps von Heike Drechsler und hoch motiviert habe ich mein Ziel, die 30 Minuten auf die 5 Kilometer zu schaffen, nicht erreicht.

Aber auf Anfang: Endlich war es so weit: der Jenaer Frauenlauf ging in die zweite Runde. Bereits im letzten Jahr hatte ich mich für die Veranstaltung entschieden – es fällt mir leichter, den inneren Schweinehund zu überwinden und regelmäßig zu trainieren, wenn ich ein konkretes Ziel vor Augen habe. Ohne ein bisschen Druck funktioniert das nicht. Damals wollte ich nach gut zwei Jahren Abstinenz wieder mit dem Laufen beginnen.

Beim Training auf den Körper hören

Mein erster Lauf-Wettkampf: Frauenlauf 2016

Vor dem ersten Frauenlauf gab es beim Veranstalter einen Trainingsplan. Damit wollte ich ein gutes halbes Jahr vor dem eigentlichen Lauf beginnen. Leider zu ambitioniert. Leider ohne ordentliche Erwärmung und Dehnung vor jedem Training. Leider ohne auf meinen Körper zu hören. Ich lief regelmäßig in den Schmerz im Knie hinein, sodass ich oft noch am Tag danach nicht mal mehr Treppen steigen konnte. Aber – ich bin ja ein Kämpfer – ich habe den ersten Jenaer Frauenlauf mit einer Zeit von 32.32 Minuten gemeistert. Danach musste ich verletzungsbedingt tatsächlich länger pausieren.

Dieses Jahr wollte ich es wissen: Schneller werden, besser trainieren. Ab März begann ich mindestens ein Mal in der Woche mit dem Lauftraining. Unterstützt durch meinen Verlobten Ingo, der ein deutlich besserer Läufer ist als ich. Überraschender Weise empfand ich das Training nun gar nicht mehr so schlimm.

Dranbleiben, andere Trainingsformen und Strategien ausprobieren

Was hatte sich geändert? Erstens natürlich die Motivation, jemanden neben sich zu haben. Dann habe ich die Erwärmung und vor allem die Dehnung sehr ernst genommen. Die Knie haben sich tatsächlich nicht mehr gemeldet. Nebenbei habe ich die Trainingsfrequenz im Karate erhöht – mit mehr Konditions- und Krafttraining. Eine starke Mitte und kräftige Beinmuskulatur kann einiges abfedern. Zwar hatte ich oft nicht geschafft, die Strecke durch zu laufen, aber immerhin hatte ich mich gesteigert – und das in gleich mehrerer Hinsicht: Beruflicher Stress lässt sich gut abbauen, man schafft Platz im Kopf für Kreativität, die Ausdauer nimmt zu und man ist natürlich stolz, die eigene Faulheit überlistet zu haben. Ich bin eben ein Typ, der Kraft und Schnelligkeit in kurzer Zeit abrufen kann, daher fehlt mir die Ausdauer. Schon in der Kindheit waren meine Disziplinen eher der Sprint oder Weitsprung – alles, was über 400 Meter ging, war eine Qual. Unter diesem Hintergedanken hatte ich eine neue Strategie ausprobiert: Innerhalb einer 5-Kilometer-Runde legte ich mehrere schnelle Sprints ein, dazwischen dann ganz lockeres Joggen oder zügiges Gehen. Damit hatte ich tatsächlich einen Pace von 6.22 Minuten pro Kilometer geschafft. Perfekt, dachte ich!

Wettkampf ist das beste Training

Gemeinsam trainieren motiviert. Erster Test: Firmenlauf mit meinem Verlobten Ingo.

Mit meinem Verlobten Ingo und meinem 16-jährigen Sohn startete ich dann im Mai auch zum Firmenlauf. Für mich war das quasi ein Trainingslauf. Die beiden ließen mich hinter sich, wie erwartet.

Nun – ein paar Monate später das Training mit Heike Drechsler für den zweiten Frauenlauf – einfach fantastisch! So viele Tipps, die ich in Zukunft beachten wollte! In den zwei noch bis zum Lauf verbleibenden Wochen konnte ich mich natürlich nicht wirklich steigern. Dennoch hoffte ich auf ein gutes Ergebnis – denn meine Zeiten waren nicht schlecht und im Wettkampf lassen sich Leistungen noch steigern.

Ein Anfängerfehler und zu viel Stolz – Versagen ist vorprogrammiert

Ich reihte mich beim 2. Jenaer Frauenlauf also gleich in die erste Gruppe ein. Der Startschuss fiel. Langsam, dachte ich mir. Geh es langsam an. Dranbleiben, aber nicht im Tumult stürzen. Eine starke Läuferin suchen und an die Hacken heften. Und natürlich durchhalten! Nicht gehen! Das ist was für Mädchen! Leider hatte mich der Ehrgeiz zu stark gepackt. Er stachelte mich immer wieder an, die nächste und die nächste und die nächste zu überholen. Bis etwas zur Hälfte der Strecke lief es auch gut. Bis ich einen lange nicht dagewesenen Druck in der Brust verspürte und mir schlagartig klar wurde, den absoluten Anfängerfehler begangen zu haben. Ich hatte mich viel zu früh verausgabt – dann blieb einfach keine Luft mehr für den Rest der Strecke. Und der Ehrgeiz verbot mir, zwischendurch eine Gehpause einzulegen um die Batterien aufzuladen und meinen Rhythmus zu finden. Zwar konnte ich mich auf den letzten ca. 200 Metern zu einem Sprint motivieren, was die Wettkampfzeit natürlich nicht extrem beeinflusst. Nur für den Kopf. Völlig fertig und mit einer gnadenlos schlechten persönlichen Zeit von über 34 Minuten überschritt ich letztendlich die Ziellinie. Wahrscheinlich muss man erst selbst solche Erfahrungen machen – Fehler sind sehr gute Lehrer.

Hier ein paar persönliche Tipps für Laufanfänger.

Damit die Herren der Schöpfung nicht im Weg stehen und sich die Zeit vertreiben können 😉

Vor dem Lauf: motiviert und zuversichtlich, die 30 Minuten zu knacken.

34 Minuten und 5 Kilometer später: enttäuscht und ärgerlich über mich selbst.

 

 

 

 

 

 

 

 

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