Erlebnisbericht Stil- und Farbberatung – Was ist besser: on- oder offline?

„Du musst deinen Stil finden, um zu wirken“. Sportlich modisch oder modisch sportlich – Wirkung ist eine Frage des Stils

Diesen Satz habe ich mal irgendwo gelesen. Da dachte ich mir noch – warum finden? Ich habe doch meinen Stil – ich bin ich und so, wie ich bin. Stimmts? Fast: Denn oft lassen wir uns von äußeren Faktoren, wie Künstlern oder Sportlern, Modetrends, Freunden, Facebookgruppen und natürlich der Werbung – beeinflussen. Gerade läuft eine Aktion, hier ein Schnäppchen, dort ein Angebot – und diese Tasche wie sie Heidi Klum in ihrer Instastory über der Schulter hat – wow – die muss ich haben.

Voller Schrank, aber nichts anzuziehen

So oder so ähnlich kennen das sicher viele von euch. Jahrelang habe ich mich daran orientiert – was soll ich sagen? Der Kleiderschrank stets gut gefüllt und sortiert, aber nichts anzuziehen. Irgendwie trug ich immer den gleichen Look: Jeans und T-Shirt. Irgendwie war ich stets unzufrieden. Andere meinten zwar, ich würde gut aussehen, aber ich selbst fühlte mich nicht gut. Zu blass, zu schlecht gekleidet, immer das ähnliche Outfit. Häufig probierte ich vor dem Spiegel Röcke oder Kleider aus – das war aber auch schon alles. Im Alltag fand ich mich damit zu overdressed, zu alt oder einfach zu unbequem angezogen. Daher verlegte ich die zeitraubenden Experimente auf die Freizeit, dann nur noch auf besondere Anlässe: Theaterbesuch, Konzert, Festival. Weihnachten gab es den obligatorischen Rentierpulli (da braucht man nicht viel zu überlegen), zu Geburtstagen die Jeans mit einem schickeren T-Shirt.

Bluse, schwarze Hose, niedrige Pumps. Frei nach dem Motto: Schwarz geht immer.

Wir wirken immer. Dann besser so, wie wir wollen.

Ihr fragt euch jetzt sicher, was das alles mit fit-wie-herkules zu tun hat. Ich sage euch: eine ganze Menge! Gut, das kann ich jetzt – nach einer (zwei) Farb- und Stilberatung – auch erst beurteilen. Denn, nur wer sich in seiner zweiten Haut gut und wohl fühlt, strahlt das auch aus. Man wirkt einfach anders. Und auf Dauer hat das auch Auswirkungen auf die eigene Denke und das Selbstbewusstsein. Eigentlich ist das ganz logisch – was hilft es, wenn ich super schlau bin, das niemand aber sieht, wenn mich niemand für kompetent hält? Wo helfen Training und Muskeln, wenn ich müde und energielos wirke? Gar nicht! Und mal ehrlich – warum treibt ihr Sport? Genau: Um euch in eurem Körper gut zu fühlen und Attraktivität auszustrahlen. Egal, welches Ziel ihr damit verfolgt, es geht immer darum, zu wirken.

Online-Stilberatung – geht? Geht!

Deshalb schenkte mir meine Freundin einen Stilberatungs-Online-Kurs (Frau Maier). Zunächst war ich skeptisch, liess mich aber darauf ein. Was konnte schon passieren? Tja, eine ganze Menge! Ich habe in erster Linie etwas über mich selbst herausgefunden: Und zwar, dass ich nicht meinen Körper, sondern meine Wahrnehmung anpassen sollte. Ich muss nicht das tragen, was gerade in ist, um in zu sein. Sondern ich sollte das wählen, was meine Figur und mein Wesen unterstützt und mich strahlen lässt. Das fängt eben im Kopf an. Anfangs fand ich diese Erkenntnis recht schwer umzusetzen – natürlich ist klar, dass nur ein glücklicher Mensch auch glücklich wirkt. Kennt man ja. Aber selbst nach dieser Maxime leben? Ja, das ist eine andere Sache.

Typ per Metermaß

Dann ging es direkt weiter: Stimmt die Einstellung, kann man an der Garderobe und den Accessoires feilen. Mit Hilfe eines Maßbandes und einer Tabelle habe ich herausgefunden, dass ich ein X-Typ bin. Juhu! Das ist der weibliche Typ schlechthin. Also kann ich alles tragen, was eine betonte Taille hat – auf nimmer wiedersehen liebe Hängerchen im Kartoffelsack-Stil, ihr kastenförmigen Jacken und geliebte oversized Shirts im Schlabberlook – alles nix für mich. So weit so gut. Aber warum fühle ich mich noch nicht wirklich wohl darin? Leider gab der Online-Kurs darauf keine Antwort. In der facebook-Gruppe wollte ich aber auch nicht fragen, das war mir zu unpersönlich. Also abwarten und nächstes Modul sichten.

Farb-Klassifizierung in Frühling, Sommer, Herbst und Winter

Farbe. Das wird es sein! Allerdings: Frau sollte die persönliche Farbe fühlen! Ganz ehrlich: Das war mir zu esoterisch. Ich habe eine grafische Ausbildung – also handfeste Farbpaletten und Formen – fühlen habe ich nicht hinbekommen. Hier stand ich wieder am Anfang. Es folgten noch ein Make-Up-Video, was übrigens sehr aufschlussreich war. Selbst meine Töchter schauten sich eine gute Stunde an, wie man sich gut anmalt, aber nicht überschminkt aussieht.

Es folgten weitere Tipps zum Thema aussortieren, aufräumen und Kombinationen der Outfits mit verschiedenen Accessoires. Alles in allem sehr interessant, aber auch sehr zeitintensiv: Denn Frau Maier gibt nur Tipps und regt an – machen muss man – in diesem Fall Frau – selbst. Genau hier stoße ich an meine Machbarkeitsgrenzen. Ich habe weder die Zeit noch die Lust, mir meinen Stil zu ergooglen. Denn trotz der vielen wertvollen Tipps und Hinweise ist die Recherche unabdingbar – ein persönlicher Dialog um Fragen zu stellen, ist ja nicht vorgesehen. Aufräumen hatte ich allein geschafft. Aussortieren fiel mir entsätzlich schwer, da ich gar kein Gefühl für die passenden Farben hatte und mir eben diese X-Typ-Stile nicht so besonders gefielen.

Persönlich: Stilberatung offline

Deshalb ließ ich wenig später die professionelle Farb- und Stilberaterin Andrea Knoll an mich heran. Ich hoffte auf eine Anleitung, die ich dann einfach befolgen könnte und schwupps – würde ich einfach blendend aussehen. Aber so einfach ist das dann doch nicht. Auch hier muss man mitarbeiten, sich Gedanken machen. Denn niemand kann den eigenen Weg vorbestimmen oder dir einen Stil aufbügeln. Wer ich bin und wohin ich will, das muss man sich schon selbst überlegen. Sonst könnte man auch eine Werbeagentur mit einer Imagekampagne beauftragen. Aber wer will das schon?

Genaue Farb- und Stilanalyse

Die konkrete und auf mich abgestimmte Farb- und Stilanalyse von Andrea Knoll hat mich sehr nach vorne gebracht. Ich weiß jetzt, dass ich ein heller Sommertyp bin, mir kühle, gedeckte Farbe stehen. Gleichzeitig jedoch jene, die eher dezent sind. Meiner Freundin stehen auch kühle Farben, aber jedoch knalliger. Seit wir beide das beachten, merken wir, dass wir auch ohne Make-Up strahlen.

Basischeck: Besser Gold oder Silber?

Figurtyp X, aber mit hoher Taille

Die Offline-Stilberatung mit Andrea Knollhat bestätigt: Ich bin ein X-Typ. Und ich habe eine hohe Taille. Daher sollte ich nicht so taillenbetone Kleider tragen. Und das ist etwas ganz anderes dieser Typ mit normaler Taille. Jetzt habe ich auch verstanden, warum ich mich in den taillenbetonten Klamotten nicht so ganz wohl gefühlt habe.

Aber dazu brauchte ich eben eine persönliche Beratung, den analogen Austausch, Rückfragen, Beispiele. Natürlich muss man sich auch in diesem Fall selbst an den eigenen Stil herantasten beziehungsweise den eigenen Stil erst entwickeln. Allerdings ist das mit Feedback eben leichter. Jedenfalls für mich.

Farbe und Figur sind nicht alles

Wer hätte das gedacht: Früher habe ich oft und viel mit der Frisur experimentiert – mal lila Strähnen, raspelkurz und blod, seit ein paar Jahren Undercut und lang. Allein das zeigt schon, dass ich mich nie so recht wohl gefühlt habe. Ich war immer auf der Suche nach dem perfekten Schnitt (obwohl mein Friseur immer meinte, er würde mich am liebsten mit kurzen Haaren sehen ;-)) Andrea Knoll reichte ein genauer Blick – eine kurze Analyse der Gesichtsform und meiner Gewohnheiten. Sie bestätigte die Aussage vom Friseur: Kurz, frech, mit Volumen am Oberkopf. Ich denke, das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Ernst nehmen und durchziehen

Auch die Sache Kleiderschrank und Einkaufsverhalten muss man selbst bewältigen: Ich habe jetzt rigoros aussortiert: Farben und Schnitte, die mir nicht stehen und den neuesten Schrei – obwohl er an der Klum einfach fantastisch aussieht – im Laden einfach hängen lassen. Das spart ungemein Zeit und mein Mann kommt sogar wieder mit, wenn es heißt, ich muss mal wieder in die Stadt. Denn ich kann mit einem kurzen Rundgang durch den Laden schon eine Farb-Vorauswahl treffen. Die, die nicht im Farbfächer ist, probiere ich gar nicht mehr an. Es ist unglaublich, wie kurzweilig dann ein Einkaufsbummel werden kann.

Was noch ungemein hilft: Feedback. Oft habe ich kurz per Handy ein Foto geschickt und bekam recht schnell eine Rückmeldung dazu. Sogar die Wahl des Brautkleides konnte ich mit ein paar Hinweisen auf ganze 2 Stunden eingrenzen. Ein Traum jeden Mannes, oder?

Fazit: Weniger Geld ausgeben, nur noch Passendes kaufen

Da die Auswahl – wenn man den passenden Schnitt noch dazu nimmt – aber recht einseitig ist, habe ich ein längst verstaubtes Hobby wieder aufgenommen: Ich nähe seit 20 Jahren wieder. Das ist sehr vorteilhaft, weil man eben Farben und Formen selbst bestimmt und sogar Schnitte größentechnisch anpassen kann. Weiterer Pluspunkt: Das Material. Auch hier habe ich vorher nach Gefühl eingekauft. Meist sollte es einfach bequem sein. Auf den ersten Blick waren das halt T-Shirts, Sweatshirts, Jeans und manchmal ein Strickpulli. Jetzt habe ich doch tatsächlich festgestellt, dass auch Seide oder Chiffon sehr angenehm zu tragen sind. Noch besser: Es gibt auch Wolle, die nicht kratzt! Denn wer weniger kauft, kann hochwertiger kaufen. Das sind zwar weniger Sachen im Schrank, dafür kann man tatsächlich alle Stücke tragen und sie halten einfach länger.

Heide Merkel hat Stilberaterin Andrea Knoll interviewt. Im Interview sprechen sie über passende Kleidung und darüber, dass schwarz nicht immer die Lösung ist.

Vor- und Nachteile: Online-Beratung vs Offline-Beratung

POSTIV bei der Online-Stilberatung:
+ einzelne Module, jeweils eins pro Woche
+ Je nach persönlichem Zeitrahmen konsumierbar, auch wiederholbar
+ Umfangreicher Downloadservice
+ Schminktipps in Bonusvideo
+ Mindset-Tipps
+ Kombi-Tipps mit Accessoires

Das fand ich nicht so toll:
– Farbberatung zu unkonkret
– Viel Selbstdisziplin notwendig
– Um wirklich voranzukommen, muss man viel recherchieren
– facebook-Gruppe ist zu unpersönlich
– Events wirken teilweise wie Verkaufsshow

POSITIV an der Offline-Stilberatung:
+ persönliche ausführliche Analyse: Typbestimmung nach Körpervermessung und Farbtypbestimmung
+ Faktencheck wo will ich hin, darauf abgestimmte Beratung
+ Erreichbarkeit: schreiben, wenn man in der Umkleide steht und direkt Feedback bekommen
+ Möglichkeit eines gemeinsamen Shoppingdays
+ Tipps und direkte Beispiele zum Styling und Adaption auf das eigene Auftreten
+ Frisurenberatung mit Beispielen
+ Tipps für Brillen und Accessoires, Schuhe
+ Ausschnitte, Rock- und Hosenlängen werden geprüft und empfohlen
+ Ausführliche Erklärungen
+ Stil kann recht schnell entwickelt werden
+ Wenig externe Recherche notwendig = ein Ansprechpartner für alles

Nachteile
– nicht jederzeit und überall möglich
– Eigene Notizen notwendig

Fazit: Ich würde Stilberatung jeder Zeit wieder machen – am liebsten 15 Jahre früher

Seit ich meinen Stil verändere, werde ich darauf angesprochen, wie gut ich aussehe. Die meisten glauben, dass ich einfach eine neue Frisur habe. Es macht Spaß, genau das anzuhaben, da zu mir passt.

Wer sich ausführlich mit dem Thema Stil und Farben befasst, sehr interessiert ist und dranbleibt, für den ist eine Online-Beratung eine ideale Geschichte. Hier kann man sich auch selbst noch austoben und hat eine solide Anleitung für den schmaleren Geldbeutel (Achtung – ist nicht kostenfrei!)
Gönnt man sich eine persönliche Beratung, spart man sich die Zeit im Netz – insgesamt kommt man als Mode-Nerd besser und schneller zum Ziel. Konkrete Ansagen machen es leichter, sich dem neuen Stil entgegen zu hangeln. Das permanente Feedback schafft zudem Sicherheit und verhilft schneller zu mehr Selbstbewusstsein.
In beiden Fällen ist man immer selbst gefragt, aufräumen machen weder die Online- und die Offline-Beratung. Und den Willen, sich darauf einzulassen und vielleicht auch (im ersten Moment) unangenehm scheinende Entscheidungen zu treffen, den muss jeder für sich entwickeln.

Seit ich meinen Stil verändere, werde ich darauf angesprochen, wie gut ich aussehe. Die meisten glauben, dass ich einfach eine neue Frisur habe. Es macht Spaß, genau das anzuhaben, da zu mir passt.

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